Partizipativer Supermarkt in Wien

Mitgliederzeitschrift Superquinquin, Lille Frankreich, Foto: Stuff Klier

Superquinquin
der Supermarkt in dem Du der Held bist
Foto: Stuff Klier

Klaus Kirchner war im Oktober 2019 eine Woche lang Mitglied des partizipativen Supermarkts Superquinquin in Lille / Frankreich.

Superquinquin Lille, Foto: Stuff Klier

Die Donnerstag-Morgen-Schicht im Gespräch
Foto: Stuff Klier 2019

Superquinquin Lille France 2019

Foto: Stuff Klier 2019

bitterernst.at berät und begleitet die Gründung und den Start eines Partizipativen Supermarkts in Wien  – Mitarbeit und Informationen über einen Kommentar unten möglich.

„Warum arbeitest Du in diesem Supermarkt?“

Darauf antworten Menschen im Superquinquin:

Anfang Oktober 2019 war Klaus Kirchner bereits in Paris und sprach mit der Miteigentümerin Elisabeth Cheval von La Louve / Die Wölfin.
Danke an alle UnterstützerINNEN !

la louve Paris, foto: irmgard kirchner 2019

LA LOUVE / Die Wölfin – partizipativer Supermarkt in Paris Oktober 2019.
Foto: Irmgard Kirchner

la louve paris, foto: irmgard kirchner 2019

Wie kann ich in diesem Supermarkt einkaufen?
– ich kaufe einen Anteilschein der Kooperative
– ich gebe alle vier Wochen drei Stunden meiner Zeit, damit der Supermarkt läuft
– ich nehme an den Entscheidungen teil
Foto: Irmgard Kirchner

la louve paris, foto: irmgard kirchner 2019

Öffnungszeiten:
– Dienstag bis Samstag: 9 – 21 Uhr
– Sonntag: 9 – 13 Uhr
– Montag: geschlossen
Foto: Irmgard Kirchner

Supermarkt-Ketten entscheiden durch ihre Listen oder ihr Auslisten darüber, welche Produkte zu kaufen sind. Sie setzen ProduzentINNen unter Druck und bestimmen, was gekauft / gegessen / genutzt werden kann.
Darüber sind nicht nur die BäuerINNEn in Österreich unglücklich. Partizipative Supermärkte, in denen die KundINNen den Supermarkt selbst betreiben, haben ganz andere Möglichkeiten:

  • Die KundINNen entscheiden, WAS nach WELCHEN KRITERIEN gehandelt wird.
  • Regionale, kleine ProduzentINNen können ohne Preis-Konkurrenz mit Massenprodukten ihre AbnehmerINNEN erreichen.
  • Waren in einer Qualität, die sonst nie in Supermärkten zu finden ist, können gehandelt werden.
  • Wenn keine Aktionäre, Banken oder Zwischenhändler mitverdienen müssen, können Preise freundlicher gestaltet werden.
  • Wer gerne weniger Geld für Bio-Lebensmittel zahlt, kann durch seine Mitarbeit viel günstiger einkaufen.

Superquinquin z.B. hat über 1.400 Kooperierende und betreibt einen eigenen Laden, der 5 Tage die Woche geöffnet ist.
La Louve bringt es auf täglich bis zu 100 Mitarbeitende, also über 3.000 Kooperierende insgesamt. Er ist ein soziales Kunstwerk.

Partizipative Supermärkte sind die Reaktion von Menschen auf Bevormundung. Es gibt sie bereits in Frankreich: Superquinquin in Lille, La Louve in Paris, Bees-Coop in Brüssel / Belgien und in New York / USA Park Slope Food Coop (seit 1973 mit heute über 16.000 Kooperierenden).

Was ist der Unterschied zwischen einem partizipativen Supermarkt und einer anderen Food-Koop?
Auch ein partizipativer Supermarkt ist eine Kooperative in der es ums Essen geht. ABER: „Wir sind ein Supermarkt mit 0 Kunden und 14.000 Mitarbeitenden.“ (schreibt die Park Slope Food Koop). In einem partizipativen Supermarkt bringen ALLE ihre Lebenszeit ein (in der Regel 3 Stunden / 4 Wochen). Davon kann man sich nicht freikaufen. Es gibt keine Trennung zwischen Menschen, die nur Geld zahlen und Menschen die putzen, kassieren oder Regale einschlichten. Dieses „Geheimnis“ macht den partizipativen Supermarkt aus und überlebensfähig. UND: es geht um einen Supermarkt und nicht um eine Abholstation. Ein Supermakt in dem zu den Öffnungszeiten jedes Lebensmittel ohne Vorbestellung auch in kleinen Mengen gekauft werden kann, spontan und individuell.

Stadt der Idioten

Bild: Nikkolo Feuermacher 2018

Ein Licht anzünden für einen partizipativen Supermarkt in Wien

ein Licht anzünden für den partizipativen Supermarkt in Wien
Bild: Nikkolo Feuermacher 2018

3 Gedanken zu “Partizipativer Supermarkt in Wien

    • Gratulation nach Dresden! ABER: uns geht es in Wien nicht um einen Verein, der mehrere Bioläden mit neuem Geschäftsmodell betreibt, sondern: um 1 partizipativen Supermarkt, bei dem ALLE EigentümerINNEN sind, ALLE mitarbeiten und gemeinsam die Produkte im Sortiment aussuchen. Das ist ein wenig anders als das Dresdner Modell, aber auch ganz gut.

  1. Super, ich mache mit! – Neulich im Bio-Supermarkt an der Ecke habe ich versucht Nuss-Nougat-Creme einzukaufen. Überall war Palmöl hineingemischt. Drei Hersteller und fünf Geschmacksvarianten hatte ich zur Wahl. Auf allen Gläsern stand BIO, auf einem sogar VEGAN. Aber mit dem Palmöl hatte ich überhaupt keine Wahl. Dabei gibt es ausser Geldgier (das Produkt wird um eine Stelle hinter dem Komma billiger) keinen Grund Palmöl in eine Nuss-Nougat-Creme zu mischen. Früher dachte ich BIO hätte etwas mit „Bionier“ zu tun, mit „anders machen“, „Verantwortung übernehmen“. Heute denke ich: ich kann die Verantwortung für die Verwandlung des Urwalds von Borneo in Palmölplantagen niemandem anderen übergeben. Ich will selbst bestimmen welche Nuss-Nougat-Creme ich einkaufe. Nämlich eine ohne Palmöl. Im partizipativen Supermarkt kostet die mich sogar weniger als die Palmöl-Creme in der Bio-Kette an meiner Ecke.

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