Schaufenster tanzmusik

Eine Handvoll Menschen
macht diese Tanzmusik, jedes Stück, jeweils, mindestens.

Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen, der hebt sie auf …
ist ein Finger-Abzählvers, den ich einmal gelernt habe.

Die Inspiration zu Selbst-Ermächtigung ist die Kernfunktion von bitterernst.at (falls sich das jemand einmal gefragt hat). In Zeiten der unfreiwilligen Isolation bedeutet Selbst-Ermächtigung: sich nicht isolieren zu lassen und in Kontakt mit anderen Menschen zu bleiben. Koste es was es wolle.

Mit dem Wischtelefon kann man sich nicht nur rund um die Uhr und in allen Aspekten überwachen lassen. Es kann auch als Werkzeug verwendet werden um Tänze zu machen. Und zwar wie folgt:

Eine Person singt ein Lied, das sie sich gerade einfallen hat lassen, in ihr Telefon. Eine zweite legt ihre Stimme dazu. Schon gibt es ein Duett. Eine dritte Person tanzt auf diese Musik. Das Triplett einsteht. Ein Mensch hält das Wischtelefon zum filmen, ein Mensch bearbeitet das Video, jemand stellt alles online. Wir sind inzwischen bei sechs (falls jemand mitzählt). Aber da es auch sein kann, dass jemand singt und Video bearbeitet, tanzt und online stellt, … sind wir im Durchschnitt bei fünf Personen, die jeweils hinter jedem dieser Tanzvideos stecken.
Alle Rechte vorbehalten. Alles nicht kommerziell. Alles werbefrei, biologisch, vegan, palmölfrei, torfreduziert, pc … und nachhaltig.

Viel Vergnügen mit unserer tanzmusik.bitterernst.at, unserem Beitrag zur Unterhaltung in bitterernsten Zeiten.

Wer sich an der tanzmusik.bitterernst.at beteiligen möchte und sich durch tanzen oder singen (musizieren) einbringen, kann das über einen Kommentar unten auf dieser Seite tun. Der Kommentar ist nur für die schreibende Person und unseren Webmaster sichtbar. Wir melden uns umgehend.

low end funk

weitertanzen sagt Nikkolo Feuermacher

Bild: Nikkolo Feuermacher 2022

4 Gedanken zu “Schaufenster tanzmusik

  1. Inter/section of Time“ – Documentary film about dance and science collaboration, Freiburg, Germany; filmed in Freiburg July 2015; released in March 2016; Liam Clancy was envolved in this project and is envolved in „tanzmusik.bitterernst.at“.
    Video-Document

    Inter/section of Time“ [Zeit Kreuzung] war ein Projekt in dem Tanz und Wissenschaft (Psychologie und Wahrnehmungsforschung) zusammenwirkten. Liam Clancy hat dieses Projekt mitverantwortlich gestaltet und ist jetzt Teil von „tanzmusik.bitterernst.at“.
    Hier ein Video-Dokument davon.

    • Our project puts these two senses of time in relationship: the world passing by and the world being created in the space. If we expand the notion of performance to how people function in the world then Everyday” time has us performing in accepted and expected ways. It is as if we know the “choreography” and are executing it. Performance” time has us making/choreographing and performing simultaneously while no longer taking the world as it is but questioning in an embodied way all that is happening.

      March 2015 I said the following to an audience in an improvised performance I did: “This has nothing to do with you…yet here we are” Then a little while later (time going by) I shifted the punctuation slightly and inserted a pause after the comma and said, “ This has nothing to do with you yet…here we are.” I have faith that improvised performance allows for both shaping performance (in time) and being shaped by performance (over time) for making (in the present) and being made (with presence).

  2. Es ist mir ein großes Vergnügen, bei „tanzmusik“ mit dabei zu sein. Danke Klaus, dass Du mich dazu eingeladen hast. „Dabei sein“ bedeutet, diese Projektidee mit zu gestalten. Lieder zu kreieren, sich über die 2. Stimme und über Rhythmen und Sounds zu freuen, die mein Freund Klaus dazu erfindet. Die so schön dazu passen und den Worten und Tönen neue Wendungen geben. Obwohl wir so weit auseinander leben – er in Wien und ich in Herxheim in der Pfalz. Lange haben wir uns nicht mehr live gesehen. Die Grundidee von „tanzmusik“ lautet: Was zusammen machen, was Freude macht in diesen Zeiten, was mehr ist als ein Ping-Pong Spiel. Für uns bedeutet es, den künstlerischen Impuls weiter zu entwickeln.
    Aus 1 + 1 wird nicht 2, sondern etwas einmalig Neues.

    Klaus, der viele Künstler*innen in vielen Ländern kennt, hat viele Fäden gezogen und so die Grundidee des Projektes verbreitet. In „tanzmusik“ freunden sich Menschen an. Liam, den ich nicht gut kannte, der aber schon viele Jahre seines Lebens tanzend verbracht hat, hab ich gefragt, ob er Lust hätte, auf Lieder zu tanzen. „Why not?“ war seine Antwort. Wir haben im Tanzsaal, im Keller und im Garten einige spannende Abende tanzend verbracht und uns dabei angefreundet. Mit dazu kamen Schritt für Schritt ein befreundeter Schauspieler, die Tochter von Liam und eine junge Veranstaltungstechnikerin. Uns allen hat es viel Freude gemacht, Ideen aus dem Augenblick entstehen zu lassen, aber auch an Feinheiten herum zu tüfteln. „tanzmusik“ ist ein Projekt, das Kreise zieht. Menschen singen, Menschen tanzen, Menschen filmen mit dem Smartphone und lassen sich mit in den Tanz hinein ziehen. Ich lache viel bei den Improvisationen, komme in Bewegung. Innerlich und äußerlich. Bin berührt von den Liedern und Tänzen der anderen, die ich auf der „tanzmusik“ Seite anschauen kann. Möchte alle Menschen live kennen lernen, die da tönen und singen und tanzen und filmen und schneiden. Vielleicht gelingt das ja in naher Zukunft.

  3. Ab 11. März 2020 gab es eine weltweite Krise in Form einer durch die WHO erklärten Pandemie. Als Supervisor, Psychologe, Balintgruppenleiter dachte ich: ÄrztINNeN und Pflegepersonal, Helfer und Helferinnen werden in belastende Situationen geraten; da kann ich sie mit meiner Arbeit unterstützen um besser zu Kommunizieren und in Teams zusammen zu arbeiten. Doch mir wurde durch die Massnahmen der Regierung das Arbeiten für Monate vollständig verunmöglicht.
    Diese Situation erinnerte mich an die Zeit meiner Matura. Ich war stolz auf meine hart erarbeiteten guten Noten, als das Gymnasium einen Mann vom Arbeitsmarktservice (der damals noch anders hiess) einlud. Dieser junge Herr erklärte mir und den anderen Maturantinnen und Maturanten: „Sie sind eine Geburtenschwemme. Was immer Sie jetzt studieren könnten: Ärztin, Lehrerin, Ingenieurin – oder die männliche Form – Sie werden nicht gebraucht. Wir haben von allen bereits zu viele.“
    Das war für mich keine Kränkung – wie mir eine Therapeutin später einzureden versuchte – sondern eine grundsätzliche Klarstellung: die Gesellschaft in der ich lebe lässt mir durch ihre Repräsentaten erklären, dass sie mich und mein Potential nicht benötigt.
    Was tue ich also: das was ich will. Ich verwende meine Fähigkeiten und Ideen dafür ein gutes Gefühl für mich und die Menschen in meinem direkten Umfeld zu erwirken. Die Gesellschaft / das Land / die Welt kommt gut ohne mich zurecht.
    Als 2020 – nach chinesischem Vorbild – die erzwungene Isolation durchgesetzt wurde, habe ich nach dem gesucht was ich tun würde wenn ich keinerlei Aufträge hätte, wenn ich keinerlei Möglichkeiten hätte mir Geld zu verdienen, wenn ich spätestens Morgen sterben könnte. Ich habe wieder entdeckt: auf jeden Fall würde ich Singen und Tanzen. Und zwar nicht allein, denn selbst das Masturbieren kann auf die Dauer langweilen. Also Singen und Tanzen zusammen mit anderen – in einer Situation der erzwungenen Isolation. Was dabei herausgekommen ist finde ich gar nicht schlecht. Jedenfalls haben sich mein Umfeld und ich gut amüsiert.

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